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title: "Mission B JSB: Waldführung mit Revierförster Mario Böhi"
author: "Medienservice RTO"
published: 2026-10-24
region: "Jonschwil"
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publisher: RegioTicker
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---# Mission B JSB: Waldführung mit Revierförster Mario Böhi

**Kürzlich gab Revierförster Mario Böhi bei einer von Mission B Jonschwil Schwarzenbach Bettenau (JSB) organisierten Waldführung Einblick in die Auswirkungen der Sommertrockenheit und des Klimawandels auf den Wald.**

**Bericht und Erkenntnisse aus der Waldbegehung mit dem Revierförster Mario Böhi**
(Text: Mission B JSB / Doris Wildermuth)

Elf waldinteressierte Personen trafen sich mit Revierförster Mario Böhi zu einer Waldführung. Der erste Halt galt dem «Töggeliwald». Weil dieser Standort sehr exponiert liegt und auf einem flachgründigen Kiesboden steht, zeigen sich hier die Folgen der letztjährigen Sommertrockenheit besonders deutlich. Viele Blätter sind bereits braun verfärbt oder liegen schon seit Wochen am Boden.

**Der Wald im Klimawandel**

Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL prüft verschiedene Strategien, um den Wald widerstandsfähiger zu machen. Ein Ansatz ist das testweise Anpflanzen von Baumarten aus wärmeren, trockeneren Regionen, da sich die Klimazonen zunehmend nach oben, respektive nach Norden verschieben. Als geeignete Kandidaten gelten etwa verschiedene Eichenarten, Föhren, Kirschbäume, Linden und die Edelkastanie (Marroni).

Für die Schweizer Holzwirtschaft besonders bedeutsam sind Fichte und Weisstanne. Gerade sie tun sich jedoch mit der Trockenheit schwer. Die Fichte ist ein klassischer Flachwurzler: Ihr Wurzelteller dringt kaum in tiefere, feuchtere Bodenschichten vor, was sie in Trockenperioden rasch unter Wasserstress geraten lässt. Geschwächte Fichten sind zudem anfällig für den Buchdrucker, den bekanntesten Borkenkäfer. Die Weisstanne bildet dagegen eine senkrechte Pfahlwurzel und kann so tieferliegende Wasserreserven erschliessen, was ihr einen gewissen Vorteil verschafft. Doch auch sie bleibt nicht verschont: Sie leidet unter Borkenkäferbefall und Misteln. Mario Böhi erklärt, dass deswegen im kommenden Winter zahlreiche Tannen gefällt werden müssen.

**Lichtbedürfnis der Baumarten**

Ein weiteres Thema war der unterschiedliche Lichtbedarf der Baumarten. Eichen, Lärchen, Nussbäume und Föhren zählen zu den sogenannten Lichtbaumarten: Sie benötigen viel Licht und entsprechend Raum, um sich zu entwickeln. Die Weisstanne dagegen ist eine ausgesprochene Schattbaumart und kommt auch dicht stehend und mit wenig Licht zurecht. Ein kleiner Tannensetzling kann im dunklen Unterstand jahrelang überdauern, indem er seine Energie vorrangig ins Wurzelwachstum steckt. Erhält er später mehr Licht etwa durch das Fällen benachbarter Bäume, kann er innert kurzer Zeit stark in die Höhe wachsen.

Ein Problem für die natürliche Verjüngung sind Brombeeren: Sie waren früher weniger verbreitet, breiten sich heute aber durch den erhöhten Stickstoffeintrag in den Boden deutlich schneller aus und ersticken junge, nachwachsende Bäume regelrecht unter sich. Wo sich Brombeeren stark ausbreiten, ist eine natürliche Verjüngung kaum mehr möglich, es braucht aktive Pflanzung und intensive Pflege.

Als zusätzliche Option wird die Douglasie empfohlen. Sie gilt als robuster gegenüber Schädlingen, verträgt Trockenheit besser und übersteht dank ihrer dicken Borke auch Waldbrände vergleichsweise gut.

**Wie geht es mit dem Wald weiter?**

Diese Frage begleitete uns während der ganzen Führung. Ein überraschend positiver Effekt des trockenen, warmen Sommers zeigt sich bei der Esche: Der für das Eschentriebsterben verantwortliche Pilz gedeiht vor allem bei feuchter Witterung, weshalb er sich unter den diesjährigen Bedingungen weniger stark ausbreiten konnte. Der allgemeine Gesundheitszustand der Eschen ist trotzdem weiterhin schlecht, viele Bäume sind vom Pilz befallen. Auch generell hat die Trockenheit einen gewissen positiven Nebeneffekt, da sie geschwächte, weniger widerstandsfähige Bäume natürlich aussortiert.

**Wald und Gesundheit**

*Losgelöst von der Führung noch ein paar Gedanken zum Thema Wald und Gesundheit:*

Studien zeigen, dass sich ein Waldaufenthalt günstig auf den Blutdruck auswirkt und den Spiegel des Stresshormons Cortisol senken kann. Schon ein zwanzigminütiger Spaziergang verlangsamt nachweislich die Herzfrequenz und wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Der Wald bindet zudem Schadstoffe aus der Luft und Bäume geben ätherische Öle ab, was sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann. Das Grün der Vegetation und die natürliche Geräuschkulisse tragen ebenfalls dazu bei, Anspannung abzubauen und den Kopf freizubekommen.

Nach dieser überaus spannenden Führung liessen wir den Nachmittag gemütlich bei gegrillten Würsten ausklingen. Auch beim Essen ergaben sich noch viele interessante Gespräche mit unserem Förster. Ein herzliches Dankeschön an Mario Böhi – wir haben an diesem Tag sehr viel über unseren Wald gelernt!

[Mehr Informationen zu Mission B Jonschwil Schwarzenbach Bettenau](https://www.missionbjsb.ch/)

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