Wer derzeit auf dem Klangweg zwischen Sellamatt, Iltios und Wildhaus im Churfirstengebiet unterwegs ist, entdeckt am Wegrand eine der markantesten Alpenpflanzen überhaupt: die Silberdistel (Carlina acaulis). Mit ihren silbrig glänzenden Blättern wirkt sie fast wie ein kleiner Stern auf der Alpweide.
Die Silberdistel gehört zu den typischen Gewächsen der Kalkalpen und fühlt sich auf den sonnigen, mageren Wiesen der Region besonders wohl. Charakteristisch für die Pflanze sind ihre dornige Blattrosette und die silbrig schimmernden Hüllblätter, die den eigentlichen Blütenkorb umgeben.
Natürlicher Wetteranzeiger für Älpler
Nicht umsonst trägt die Pflanze im Volksmund den Namen «Wetterblume». Bei trockenem und sonnigem Wetter öffnet sie ihre sternförmigen Blätter weit. Sobald jedoch die Luftfeuchtigkeit steigt oder sich Regen ankündigt, schliessen sich die Blätter wieder. In früheren Zeiten nutzten Älpler diese natürliche Reaktion als einfachen, aber zuverlässigen Wetteranzeiger in den Bergen.
Gerade jetzt, gegen Ende des Sommers, sind viele der Disteln bereits verblüht. Ihre silbrig-weissen Hüllblätter bleiben jedoch noch lange Zeit erhalten und verleihen den herbstlichen Alpweiden im Toggenburg einen ganz besonderen Reiz. Als wertvoller Bestandteil der heimischen Alpenflora sollte die botanische Kostbarkeit am besten direkt vor Ort bewundert und unberührt gelassen werden.
(Text und Bild: Jürg Grau)


