Das Handwerk der Brandbekämpfung verlangt Präzision, Schnelligkeit und Routine. Doch was passiert, wenn die wichtigste Ressource der Lebensretter nur noch im Schongang fliessen darf? Vor diesem Dilemma standen die Offiziere und Unteroffiziere des Regionalen Feuerwehrverbandes Untertoggenburg, Wil, Gossau bei ihrer jüngsten Kaderausbildung. Am 28. und 29. August sowie am 4. und 5. September 2026 absolvierten die Führungskräfte ein intensives Trainingsprogramm an verschiedenen Übungsorten im Raum Uzwil und Henau.

Handgriffe sitzen auch bei Sparsamkeit

Im Zentrum der praktischen Ausbildung stand unter anderem das Standardeinsatzverfahren mit dem Tanklöschfahrzeug (TLF). Für die Teilnehmenden bedeutete dies, die Pumpen korrekt in Betrieb zu nehmen und die verlegten Schläuche unter Druck zu setzen. Ein Vorgang, der im Ernstfall über Leben und Tod entscheidet und deshalb regelmässig trainiert werden muss. Doch die anhaltend tiefen Grundwasserstände im Spätsommer 2026 erforderten ein Umdenken.

Das Übungskonzept wurde so angepasst, dass die Schläuche zwar gefüllt und unter Druck gesetzt, auf eine Wasserabgabe aber verzichtet wurde und der tatsächliche Wasserbezug so auf ein absolutes Minimum reduziert blieb. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der wertvollen Ressource, der verdeutlicht, dass moderner Feuerwehrdienst auch ökologische Weitsicht verlangt.

Verzicht auf Fahrzeugwäschen bleibt Alltag

Der bewusste Umgang mit den Ressourcen an den beiden Ausbildungswochenenden ist kein Einzelfall, sondern Teil einer gelebten Praxis. Um dem gebotenen Wassersparen aufgrund der tiefen Grundwasserstände gerecht zu werden, verzichtet die Feuerwehr Region Uzwil weiterhin konsequent auf die sonst üblichen Fahrzeugwäschen nach den Übungen.

Die Ausbildung hat gezeigt, dass sich ökologisches Bewusstsein und der hohe Anspruch an die eigene Einsatzsicherheit nicht ausschliessen müssen. Durch eine gezielte Vorbereitung der Übungsszenarien bleibt das Handwerk der Retter auch in Trockenzeiten à jour.