Wie die Gemeinde Uzwil mitteilt, braucht die Uzwiler Badi für den sicheren und hygienisch einwandfreien Betrieb täglich zwischen 50'000 und 150'000 Liter Frischwasser. Sie gehört damit zu den Wasser-Grossverbrauchern in der Gemeinde. Uzwil schliesst seine Badi kommenden Sonntag, zwei Wochen früher als geplant. Die Gemeinde nimmt damit ihre Verantwortung wahr, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Die Trockenheit beschäftigt intensiv. Die Grundwasserstände sinken seit dem Frühjahr. Ohne länger anhaltenden, intensiven Regen können sie sich nicht erholen. Quellen sind versiegt. Die Trink- und Löschwasserversorgung in Uzwil und in der Region ist am Anschlag. Das vor allem auch, weil der Wasserverbrauch bei Hitze und Trockenheit deutlich höher ist als üblich. In einzelnen Wohnquartieren in Uzwil beispielsweise hat sich in den sommerlichen Hitzewellen der Wasserverbrauch gegenüber dem Normalverbrauch vervierfacht. Die eigene Versorgung konnte den Bedarf teilweise nicht mehr decken und musste beispielsweise den regionalen Verbund «Gruppenwasserversorgung Vogelsberg» beanspruchen. Nach einem Rückgang des Verbrauchs in der Ferienzeit – Uzwilerinnen und Uzwiler brauchten Wasser andernorts – steigt der Verbrauch aktuell wieder an. Die Grundwassernutzung ist risikobehaftet, weil die unterirdischen Vorkommen nur abgeschätzt werden können. Die Situation ist angespannt, das ist offensichtlich.

Schritt für Schritt im Kaskadenmodell

Für die Wasserversorger, für die Gemeinden und den Führungsstab sind solche Situationen Neuland. Mit welchen Massnahmen soll man wann reagieren? Die Aufrufe zum Wassersparen haben nicht den erwünschten Nutzen gebracht. Der traditionell regenarme Herbst steht erst noch bevor. Die Situation und der Blick in die Zukunft bereiten Sorgen. Die Gemeinde arbeitet deshalb in Abstimmung mit dem regionalen Führungsstab an einem Kaskadenmodell. Dabei ist sie in zweifacher Hinsicht gefordert. Erstens gilt es, so wie für Private und Betriebe auch, die Eigenverantwortung wahrzunehmen. In dieser Rolle schliesst sie jetzt vorgezogen die Badi. Das spart Tag für Tag zwischen 50 und 150 Kubikmeter Frischwasser. Diese Menge entspricht etwa dem täglichen Bedarf von 1000 Menschen. Ergibt sich keine Entspannung der Situation, werden weitere Einschränkungen bei Gemeinde-Anlagen nötig. Greifen auch diese Massnahmen nicht, kommt die zweite Rolle der Gemeinde, das hoheitliche Handeln: Letzte Möglichkeit werden am Ende der Kaskade einschneidende Verbote rund um den Wasserverbrauch sein.
Ziel der Massnahmen in der Kaskade ist, genau das zu verhindern. Deshalb geht die Gemeinde jetzt auch mit den privaten Wasser-Grossverbrauchern in den Dialog. Und deshalb leistet die Gemeinde mit der Badi-Schliessung einen weiteren Beitrag.

Fokus private Haushalte

Rund zwei Drittel des Wasserverbrauchs in der Gemeinde stammt von den privaten Haushaltungen. Die Gemeinde appelliert deshalb erneut und eindringlich an die Bevölkerung, auf nicht notwendigen Wasserverbrauch zu verzichten. Wenn 14'000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Tag auf ihren Verbrauch achten, beispielsweise für das kleine Geschäft konsequent die kleine Taste drücken, mit dem vollen Geschirrspüler statt von Hand abwaschen, hilft das viel. 10 Liter pro Person und Tag entlasten die Wasserversorgung um 140'000 Liter. Der Appell, aufs Autowaschen, Poolnachfüllen und Hausrasenbewässern zu verzichten, gilt weiterhin. Den viel grösseren Hebel als die Gemeinde mit ihrer Infrastruktur hat die Bevölkerung. Die tägliche Statistik der Wasserversorgung wird’s zeigen.