Uzwil liess dem Aufsteiger Courrendlin kaum eine Chance. Die Jurassier bestritten in Niederuzwil die erste NLA-Partie ihrer Vereinsgeschichte und wurden dabei sogar vom Lokalfernsehen begleitet. Sportlich verlief die Premiere allerdings ernüchternd. Es muss sogar bezweifelt werden, ob dieses Kader in der aktuellen NLA-Meisterschaft konkurrenzfähig sein kann. Gegen Uzwil jedenfalls war der Aufsteiger deutlich überfordert.

Beim BC Uzwil hingegen fiel die verjüngte Mannschaft auf. Von einem Generationenwechsel zu sprechen, wäre wohl übertrieben. Doch die Veränderungen waren deutlich zu spüren. Es waren vor allem die Leichtigkeit und die Unbekümmertheit der jungen Mannschaft, die den Zuschauern Spass machten. Besonders im Fokus standen die drei Neuzugänge. Für den 22-jährigen Nationalspieler Lorrain Joliat war die Begegnung ohnehin speziell. Im Sommer wechselte er von Yverdon nach Uzwil und gab nun sein Debüt im roten Trikot – ausgerechnet gegen seinen Jugendverein Courrendlin. Sentimentalitäten zeigte Joliat aber keine. Mit einer kämpferisch starken Leistung gewann er das Männerdoppel und sein Männereinzel.

Auch die 19-jährige Gaëlle Fux feierte einen erfolgreichen Einstand. Die Walliserin, die bereits bei ihrem Stammverein Brig NLA-Erfahrung sammeln konnte, gewann das Frauendoppel souverän. Gleich zwei Siege steuerte die 21-jährige Laerke Hvid bei. Die neu verpflichtete Dänin war im Frauendoppel und im Mixeddoppel erfolgreich.

Auch die Uzwiler Eigengewächse überzeugten. Die 18-jährige Sanna Germann zeigte mit ihrem Sieg im Fraueneinzel, dass mit ihr in der NLA gerechnet werden muss. Der 20-jährige Liano Panza gehört mittlerweile zu den Leistungsträgern und gewann das Männerdoppel sowie das Mixeddoppel. «Die junge Truppe macht schon jetzt richtig Freude. Die Stimmung ist ausgezeichnet», sagt Cheftrainer Iztok Utrosa.

Leistungsmässig bleibt der dänische Profi Victor Svendsen unumstritten der Teamleader. Er gewann das erste Männereinzel und das Männerdoppel. Der weitere Routinier Rinoy Manavalan musste sich dagegen im Männereinzel geschlagen geben. Es blieb die einzige Uzwiler Niederlage des Tages.

Der Kantersieg gegen einen desolaten Aufsteiger ist noch kein Gradmesser. Viel aussagekräftiger werden deshalb die kommenden Begegnungen gegen stärkere Teams sein. Dabei hat Cheftrainer Utrosa weitere Optionen in der Hinterhand. Mit dem niederländischen Routinier Robin Tabeling und dem neu verpflichteten Dänen Kristofer Kolding stehen zwei zusätzliche internationale Kräfte bereit. Die Zielsetzung ist jedenfalls klar. «Die Playoffs müssen unser Ziel sein», sagt Utrosa.

(Text: Matthias Zindel)