Welche Ausgaben sind im nächsten Jahr vorgesehen? Welche Investitionen stehen an? Und wie hoch soll der Steuerfuss sein? Mit diesen Fragen befassen sich die Gemeinden bei der jährlichen Budgetberatung. Wer darüber entscheidet und wann die Beschlüsse fallen, unterscheidet sich innerhalb der Region.
Wil und Gossau: Stadtparlamente tagen im Dezember
In den beiden Städten Wil und Gossau übernehmen die gewählten Stadtparlamente die Beratung und Beschlussfassung über die Budgets. Das Wiler Stadtparlament behandelt das Budget 2027 am Donnerstag, 3. Dezember 2026, ab 17 Uhr in der Tonhalle Wil. Die ursprünglich für den 5. und 12. November vorgesehenen Parlamentssitzungen wurden abgesagt.
Das Gossauer Stadtparlament berät die Budgets am Dienstag, 8. Dezember 2026, ab 18 Uhr im Fürstenlandsaal. Vorgängig entscheidet das Parlament an der Sitzung vom 3. November 2026 über das vom Stadtrat erarbeitete Entlastungspaket für den Stadthaushalt.
Alle Parlamentssitzungen sind öffentlich: Interessierte können die Diskussionen der gewählten Volksvertretungen mitverfolgen.
In Flawil und Uzwil entscheidet die Bürgerschaft im November
In Flawil und Uzwil stimmen die anwesenden Stimmberechtigten an separaten Budgetversammlungen über die Finanzplanung für das kommende Jahr ab. Die Jahresrechnung wird jeweils an einer Bürgerversammlung im folgenden Frühjahr behandelt.
Gemeinde Flawil:
Den Auftakt macht Flawil am Dienstag, 24. November 2026, um 20 Uhr im Lindensaal. Im Zentrum steht das Budget 2027. Der Gemeinderat beantragt eine Erhöhung des Steuerfusses von 127 auf 134 Prozent. Das Budget rechnet trotz der Erhöhung und Einsparungen durch das Programm «Fokus 2028» mit einem Aufwandüberschuss von rund 287’000 CHF. Zudem ist ein Reservenbezug von 1,2 Mio. CHF vorgesehen.
Gemeinde Uzwil:
Die Uzwiler Budgetversammlung findet am Montag, 30. November 2026, statt. Der Steuerfuss soll bei unveränderten 122 Prozent belassen werden. Mit einem minimalen Aufwandüberschuss von rund 12’000 Franken schliesst das Budget nahezu ausgeglichen ab - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Finanzplan des Vorjahres, der noch von einem Defizit von 1,7 Millionen Franken ausgegangen war. Für das kommende Jahr sind Investitionen von gut 12 Millionen Franken vorgesehen, wovon mit über 7 Millionen Franken der Bärenanteil direkt in den Bildungsbereich und die Schulraumbeschaffung fliesst. Insgesamt stehen sieben neue Vorhaben auf dem Programm, darunter vier Schulprojekte sowie zwei Vorhaben im Bereich des Hochwasserschutzes.
Rechnung und Budget gemeinsam im Frühjahr
In Oberbüren, Oberuzwil, Zuzwil, Niederhelfenschwil, Niederbüren, Jonschwil, Andwil und Degersheim werden die Rechnung des vergangenen Jahres und das Budget des laufenden Jahres an derselben ordentlichen Bürgerversammlung behandelt. Für den nächsten Versammlungszyklus bedeutet dies: Im Frühjahr 2027 stehen die Jahresrechnung 2026 sowie das Budget und der Steuerfuss 2027 auf dem Programm. Dieses Vorgehen verbindet den Rückblick auf das abgeschlossene Rechnungsjahr mit den finanziellen Entscheiden für das bereits angelaufene Jahr.
(RegioTicker Ostschweiz / JG)


